Wenn ein Schirmherr Geburtstag hat

Was schenkt man einem Schirmherrn zum runden Geburtstag? Etwas Rundes bietet sich da auf jeden Fall an. Eine Torte vielleicht? Nein, kein Kuchen, es muss schon etwas Spezielles sein.

Ein solches Geschenk dachte sich die Vorstandschaft des Hospizvereins im Pfaffenwinkel für Schirmherr Dieter Fischer aus, der am 31. März seinen 50. Geburtstag feierte. Das Geschenk für ihn war rund, dunkelblau und mit weißer Aufschrift – ein besonderer Schirm halt für den Schirmherrn des Hospizvereins.

Gratulieren in Zeiten von Corona ist nicht einfach. Mit Masken und genügend Abstand statteten Hospizvereinsvorsitzende Renate Dodell, Geschäftsführer Steffen Röger, Vorstandsmitglied Anja Böhm und Schwester Angela Kirchensteiner Schauspieler Dieter Fischer vor dessen Haus einen kurzen Besuch ab. Sie gratulierten von Herzenzum 50., dankten für das große Engagement für den Hospizverein, wünschten Gesundheit, Glück und Gottes Segen und überreichten dem Schirmherrn seinen besonderen Schirmherrn-Schirm, garniert mit etwas Nervennahrung in Form von Schokolade.

Zwar verdeckte die Maske Fischers Gesicht, doch an den Lachfalten um die Augen war deutlich zu erkennen, wie sehr er sich über den Kurzbesuch und das Geschenk freute und auch über nachfolgendes Gedicht, das Anja Böhm eigens für seinen Geburtstag verfasst hatte und dann auch vortrug:

„Wie kann man kurz und bündig über Dieter Fischer berichten,
ohne auf Interessantes und Essentielles zu verzichten?

Als bayerischer Fernseh- und Theaterschauspieler mit viel Herzblut und Leidenschaft
hat er sich in vielen Jahren eine große Fangemeinde geschafft.
In den Rosenheim Cops spielet er den Grantler Kommissar Stadler,
im richtigen Leben ist er ein tiefgründiger Adler.

Der Natur ist er auch sehr verbunden,
arbeitet (wenn möglich) gerne als Gärtner oder Gemüsebauer Stunden.
Die nachhaltige Landschaft liegt ihm am Herzen,
das Wegwerfen von Lebensmitteln bereitet ihm Schmerzen.

Ein respektvoller Umgang mit Menschen und ein würdevolles Sterben ist ihm wichtig
und deshalb war die Mitgliedschaft im Hospizverein für ihn nur folgerichtig.
Seit 2018 ist er Schirmherr unseres Vereins
und natürlich Aushängeschild Nummer eins.

Er lässt uns nie im Regen stehen,
sammelt Mitgliedschaften und Spenden im großen Umfang wie wir sehen.
Seine Lesungen der Passion und Heilige Nacht sind legendär.
Doch dann kam Corona daher…

Wir sagen Danke für seine Leidenschaft
und für sein überzeugtes JA! zur Schirmherrschaft.

Zum runden Geburtstag wünschen wir alles Liebe und Gute,
Freude am Leben in jeder Minute,
Gesundheit, Glück, Zufriedenheit
und dass dieser Schirm ist immer einsatzbereit!!“

Steffen Röger seit 2 Jahren Geschäftsführer

Seit genau 2 Jahren ist Steffen Röger unser Geschäftsführer. Er hat sich exzellent eingearbeitet, Vieles im Guten auf den Weg gebracht, ist absolut zuverlässig und kreativ, inzwischen ein echter „Hospizler und tut unserem Verein, den Mitarbeitern und allen einfach gut! Chapeau und herzlichen Dank!

Wir wünschen im weiterhin alles Gute und Zufriedenheit bei seinem Tun.

Text und Foto: Renate Dodell

Interview mit Schirmherr Dieter Fischer in der SZ

2021-02-04 SZ Dieter Fischer

10 jähriges Mitarbeiterjubiläum

10 Jahre sind eine lange Zeit. Umso mehr, wenn es um ein so einen außergewöhnlichen Arbeitsplatz wie in einem Hospiz geht.

Die 1. Vorstandsvorsitzende Renate Dodell h.l. im Bild, die stellv. Pflegedienstleitung Jana Kohlisch h.r im Bild und Geschäftsführer Steffen Röger bedanken sich ganz herzlich im Namen des Vorstandes und des gesamten Vereins bei unseren langjährigen Mitbeitern vorne v.l.n.r Corinna Munker, Brigitte Kratzer, Balu Knedlik und Martina Albrecht für ihren Einsatz für die Menschen, die sich uns anvertrauen. Ein solcher Einsatz für Menschen in der letzten Lebenszeit  und ihre Angehörigen ist nicht selbstverständlich. Das kostet viel Kraft, fachliche Professionalität und Liebe zu seinen Mitmenschen. Dafür sagen wir alle ganz herzlich Danke. Für die professionelle Arbeit, die gemeinsamen traurigen Momente, das gemeinsame Lächeln, den Blick nach Vorne, die Kraft, die Zuversicht und die Hoffnung. Es sind Mitarbeiter, es sind Menschen wie sie, die das möglich machen.

Ein herzliches Vergelt´s Gott

Spenden in der Region

Tag der offenen Tür abgesagt

Der „Tag der offenen Tür“ am 1. Adventsonntag ist beim Hospizverein im Pfaffenwinkel fester Bestandteil des Jahresprogramms. Corona jedoch macht heuer einen Strich durch die Rechnung und zwingt dazu, den für 29. November geplanten „Tag der offenen Tür“ abzusagen. Persönliche Gespräche mit Vorstandsmitgliedern und Mitarbeiter/innen sind deshalb leider nicht möglich. Wer trotzdem etwas über die ambulante Arbeit des Hospizvereins und das stationäre Hospiz in Polling erfahren möchte, findet umfassende Informationen im Internet unter www.hospiz-pfaffenwinkel.de
Zudem ist der Hospizverein im Pfaffenwinkel mit Texten, Bildern und Videos auf Facebook und Instagram vertreten.

Text: Monika Brandmaier

 

Mitglieder stimmen schriftlich ab statt Mitgliederversammlung

Die für Anfang November geplante Mitgliederversammlung konnte wegen des Corona-Virus nicht stattfinden.

So erhielten die knapp 1140 Mitglieder des Hospizvereins alle berichte schriftlich. Zunächst im Frühjahr den Bericht des Vorstand, des ambulanten Dienstes und der Station für das Jahr 2019.

Im Herbst folgten dann die Berichte zur Bilanz und die der Rechnungsprüfer.

Die Mitglieder bekamen des Haushaltsplan für das Jahr 2020 und den Vorschlag zur Entlastung der Vorstandschaft.

Weit über 800 Mitglieder (mehr als 2/3) stimmten schriftlich sowohl dem Haushaltsplan zu und erteilten dem Vorstand auch die Entlastung.

Dafür ein herzliches Dankeschön!

Wir hoffen auf ein persönliches Wiedersehen im nächsten Jahr und hoffen, dass alle gesund bleiben!

Text: Renate Dodell

Frauenbund Eberfing bastelt- Erlös für Hospiz

Der Katholische Frauenbund Eberfing mit seiner Vorsitzenden Elisabeth Pölt bastelt wunderschöne Sterne und Engerl für Weihnachten. Die Hälfte des Erlöses wird zur Kirchenrenovierung verwendet, die andere Hälfte geht an den Hospizverein im Pfaffenwinkel!!! Ein herzliches Vergelt‘s Gott!!
Da der Verkauf über Weihnachtsmärkte heuer schwierig ist, könnt ihr die kleinen Kunstwerke (Stern 4 €, Engel 3 €) über Mail manfred.poelt@t-online.de erwerben.

Socken helfen dem Hospizverein

Not macht erfinderisch. In diesem Fall ist es die Spendennot, die dem Hospizverein im Pfaffenwinkel in Zeiten von Corona zu schaffen macht. Weil Benefizveranstaltungen, die zu normalen Zeiten regelmäßig dem Verein helfen, seit Monaten nicht mehr möglich sind und dadurch dringend benötigtes Geld fehlt, hatte Vorsitzende Renate Dodell die zündende Idee für eine besondere Aktion: Wer dem Hospizverein 50 Euro spendet, bekommt von ihr persönlich als Dreingabe ein Paar handgestrickte Socken geschenkt. Und da ist jedes Paar ein Unikat.
Handarbeit ist ein Hobby der engagierten Hospizvereinsvorsitzenden. Besonderen Spaß macht ihr das Stricken von Socken, das sie einst von ihrer Großmutter gelernt hat und längst perfekt beherrscht. Während des ersten Corona-Lockdowns, den Sommer über und während einer Reha nach einer Knie-OP hat sie mehr als 60 Paar Socken aus bester, zum Teil handgefärbter Sockenwolle in verschiedensten Größen, Farben und zum Teil komplizierten Mustern gestrickt, die alle in ihre Spendenaktion einfließen. Lediglich auf Facebook und Instagram angekündigt, kamen bei der Aktion bislang über 2100 Euro für den Hospizverein zusammen, Spenden gingen aus ganz Deutschland ein und sogar bis aus Frankreich. Und eines freut Renate Dodell besonders: „Viele Spender haben dem Hospizverein mehr als 50 Euro überwiesen.“
Aktuell sind noch 13 Paar Socken zu haben, die meisten in den Größen 37 bis 39 und eines in 40, größere Größen sind leider schon vergriffen, Neubestellungen derzeit aber nicht möglich. Wer die Spendenaktion für den Hospizverein im Pfaffenwinkel unterstützen und sich noch ein Paar Socken sichern möchte, kann sich per Mail unter renate.dodell@t-online.de melden.

Text/Foto: Monika Brandmaier

Solidarität bis zuletzt – Infostände zum Welthospiztag in Weilheim und Schongau

Seit 2005 wird am zweiten Samstag im Oktober der Welt-Hospiztag begangen. Mit diesem Tag soll auf die Themen „Sterben und Tod“ aufmerksam gemacht und versucht werden, sie noch mehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Hospizverein im Pfaffenwinkel ist dazu am kommenden Samstag, 10. Oktober, von 9 bis 13 Uhr auf dem Marienplatz in Weilheim und auf dem Marienplatz in Schongau mit Infoständen vertreten. Hauptamtliche Koordinatorinnen und ehrenamtliche Hospizbegleiter werden dort unter dem Motto „Solidarität – bis zuletzt“ interessierte Besucher über die ambulante und stationäre Hospizarbeit im Pfaffenwinkel informieren. Als weitere Aktionen zum Welt-Hospiztag sind „Letzte Hilfe“-Kurse in Penzberg am Freitag, 30. Oktober, in Starnberg am 12. November und in Weilheim am 26. November geplant.

Am Welt-Hospiztag soll aber auch auf die schwierige Situation pflegender Angehöriger hingewiesen werden und nicht zuletzt auf das Engagement so vieler ehrenamtlicher Menschen, die für diese Aufgabe Zeit und vor allem Herz schenken. Die gesamte Hospizarbeit ist aus einer bürgerschaftlichen Bewegung entstanden und auch heute noch ist das Ehrenamt die tragende Säule der Hospizarbeit.

In den letzten Jahren hat sich der Hospizgedanke und das Wissen um Palliative Care immer mehr verbreitet. Dennoch gibt es in der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod noch viel zu tun, und auch in diesem Bereich gilt es immer wieder, sich mit neuen Herausforderungen und Fragestellungen auseinanderzusetzen. An dieser Stelle sei auf die vielseitigen Probleme rund um Corona oder auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Bezug auf den §217 StGB (geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung) verwiesen.

Nach ihrem Wunsch-Sterbeort gefragt, geben die meisten Menschen an, zu Hause sterben zu wollen. Allerdings zeigen Statistiken, dass die Realität anders aussieht, dass nämlich die meisten Menschen in Deutschland in Institutionen sterben, gut die Hälfte in Krankenhäusern, fast 40 Prozent in Pflegeheimen. Im zeitlichen Trend kann eine deutliche Sterbeortverlagerung weg vom häuslichen Umfeld sowie Krankenhaus hin zu Alten- oder Pflegeheimen, aber auch zu Palliativstationen beobachtet werden. Eine Aufnahme in einem Hospiz ist nur unter bestimmten medizinischen Kriterien und mit ärztlicher Bescheinigung möglich. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz, nämlich drei Prozent, verstirbt in einem Hospiz.

Andererseits ist es aber durchaus so, dass die meisten Pflegebedürftigen von ihren Angehörigen gepflegt werden. Die Mär der leichtfertigen Angehörigen, die ihre pflegebedürftigen Angehörigen heutzutage gedankenlos in ein Heim „abschieben“, entspricht nicht den Tatsachen. Im Jahr 2017 wurden von den 3,4 Millionen Pflegebedürftigen 76 Prozent zu Hause versorgt, nur 24 Prozent in einem Pflegeheim. Dies wird in der Öffentlichkeit häufig gar nicht in dieser Größenordnung wahrgenommen.

Wie kommt es aber, dass die meisten Menschen dann doch in einer eigentlich gar nicht gewünschten Einrichtung versterben? Meines Erachtens zeigen sich hier zwei Faktoren: zum einen spiegelt sich hier die in der Gesellschaft verbreitete Unsicherheit dem Thema „Sterben und Tod“. Einen Angehörigen zu Hause sterben zu lassen, erfüllt viele pflegende Angehörige mit Zweifeln und Ängsten. Hinzu kommt aber auch, dass eine häusliche Pflegesituation alles andere als einfach ist und dass, wer eine solche noch nicht schon selbst miterlebt hat, sich das Ausmaß der erlebten Belastungen kaum vorzustellen vermag. Pflegende Angehörige sind dergleichen in vielerlei Hinsicht ausgesetzt. Nicht allein die körperliche und psychische Anstrengung macht ihnen zu schaffen. Untersuchen zeigen, dass vor allem das ständige Angebundensein den größten Belastungsfaktor darstellt.

Je nach Rahmenbedingungen und persönlichen Faktoren ist möglicherweise irgendwann der Punkt erreicht, an dem die Pflege zu Hause nicht mehr zu bewerkstelligen ist. Eine Verlegung in ein Pflegeheim oder ein Krankenhaus ist dann der richtige und verantwortungsbewusste Schritt. Manchmal aber braucht es, um diesen Punkt zu erkennen und sich von den eigenen Verantwortungs- und Schuldgefühlen zu distanzieren, Hilfe von außen.

Anliegen des Hospizvereins ist es, bei all diesen Fragen und Problemen beratend, unterstützend und entlastend tätig zu sein, Ängste und Zweifel zu thematisieren und bestenfalls zu nehmen. Die hauptamtlichen Koordinator/-innen lernen in einem Erstbesuch den Betroffenen und möglichst  auch seine Angehörigen kennen und machen sich ein Bild von der Situation. Gemeinsam kann überlegt werden, welche weiteren Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten sinnvoll sein könnten.

Durch das Engagement der ca. 160 im Hospizverein Pfaffenwinkel tätigen ehrenamtlichen Hospizbegleiter/-innen besteht beispielsweise die Möglichkeit, pflegenden Angehörigen stundenweise Entlastung in Form von „Auszeiten“ zu verschaffen. Diese können für Angehörige sehr wohltuend sein und helfen, Ressourcen zu erhalten und Kräfte zu schonen. Für den kranken Menschen kann es paradoxerweise hilfreich sein, mit Außenstehenden über eigene Sorgen und Ängste zu reden, da die eigenen Angehörigen häufig nicht belastet werden sollen.

Der Hospizverein begleitet Menschen aber auch im Pflegeheim oder Krankenhaus. Vor dem Hintergrund, dass die wenigsten Menschen ihr Lebensende an diesen Orten verbringen wollen, gilt es umso mehr, in guter Zusammenarbeit mit diesen Institutionen hier tätig zu werden. Bilder und Berichte von überforderten und gestressten Pflegekräften, von denen niemand Zeit hat, spuken durch die Köpfe. Die Rahmenbedingungen, nicht nur vor dem Hintergrund steigender Zahlen hochaltriger und pflegebedürftiger Menschen zu verbessern, sollte höchste gesellschaftliche und politische Aufgabe sein. Durch den Einsatz eines Hospizbegleiters kann dies im Kleinen begonnen werden. Der Hospizverein hat mit den meisten Einrichtungen in seinem Einzugsgebiet Kooperationsvereinbarungen. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die große Mehrheit der Menschen in Institutionen ihren Lebensweg beenden, ist es dem Hospizverein ein besonderes Anliegen, gerade auch in diesem Bereich präsent und aktiv zu sein.

Britta Patzke
Stellvertretende Leitende Koordinatorin
Hospizverein im Pfaffenwinkel