Frollein Tod alias Judith Brauneis war vom Bestattungsinstitut Rose nach Peißenberg eingeladen worden, um über ihre Arbeit zu sprechen. Wie sich im Nachhinein herausstellte, heißt das bei Judith Brauneis auch, über ihr Leben zu sprechen. Das eine lässt sich bei ihr nicht vom anderen trennen, so war sie schon von früher Kindheit an von Friedhöfen und Geschichten rund um das Sterben fasziniert. Zwangsläufig musste sich daraus eine Berufung und schließlich ein Beruf entwickeln. Ihr Arbeitsplatz ist die Prosektur, der Sezierbereich im der Pathologie der TU München, den sie leitet und wo jedes Jahr über 1000 Verstorbene durch ihre Hände gehen.
Nach einer einschneidenden eigenen Trauererfahrung kam der Wunsch hinzu, nicht nur die Toten zu versorgen, sondern auch die Hinterbliebenen in ihrer Trauer zu begleiten. Aus ihren vielen Erlebnissen und persönlichen Transformationen entstand ihr Buch „Im Himmel gibt es Lachs“, mit dem sie viel Aufmerksamkeit in der Presse erregte. Tagsüber gab es im Bestattungsinstitut Rose Vorträge von Judith Brauneis für ein Fachpublikum, darunter Mitarbeitende von Palliahome, Kriseninterventionsdienst, Bayerisches Rotes Kreuz und Hospiz im Pfaffenwinkel. Abends hatte das Bestattungsinstitut Rose zu einer öffentlichen Spendengala eingeladen und der Raum mit 100 Plätzen war komplett gefüllt. Das Thema bewegt. Vor Beginn und in der Pause gab es Fingerfood und Getränke auf Spendenbasis. Die Einnahmen, so hatte Holger Booch einer der Geschäftsführer des Unternehmens betont, fließen in den Neubau des Kinderhospizes in Polling. Es war ein anregender Abend, in dessen Verlauf Judith Brauneis von ihrem Berufsalltag und ihrer persönlichen Entwicklung erzählte und einige Passagen aus ihrem Buch vorlas. Dabei ging es keineswegs todtraurig zu, es wurde über machen Schilderung auch viel und herzlich gelacht. Zu Beginn hatten sich einige Einrichtungen vorgestellt, an die man sich im Landkreis Weilheim-Schongau in Notsituationen um Hilfe wenden kann: das Kriseninterventionsteam und die Notfallseelsorge vom Bayerischen Roten Kreuz, Palliahome und das Hospiz im Pfaffenwinkel. Einen wichtigen Hinweis lieferte dabei Iris Schessler von der Krisenintervention: „Wie kriegt man uns, wenn man uns braucht? Ganz einfach, die 112 wählen, damit kommen Sie immer an die richtige Stelle.“
Bei der Spendenübergabe mit Geschäftsführer Holger Booch und Mitinhaberin Nina Böse konnten stolze 2.500 Euro für den Förderverein „Zwei Hospize in Polling“ überreicht werden.
Foto v.l.n.r.: Holger Booch – Geschäftsführer Bestattungsinstitut Rose, Anja Böhm – Vorstand Hospizverein, Nina Böse – Mitinhaberin Bestattungsinstitut Rose, Steffen Röger – Geschäftsführer Hospizverein Polling
Foto/Text: HV/Frau G. Zelisko


